• Elias Mensing

Der ISO Wert | Foto & Video Grundlagen

Aktualisiert: Mai 23

Wenn du anfängst oder anfangen willst, dich mehr mit Fotografie zu beschäftigen. Dann wird dir vielleicht schon mal beim Rumspielen in deinen Kameraeinstellungen der Begriff ISO begegnet sein.

Aber was mache ich eigentlich mit dieser Einstellung?!

Der ISO-Wert

beschreibt die aktuell eingestellte

Lichtempfindlichkeit deines Kamerasensors.


Hier gilt, je höher die Zahl, desto empfindlicher und stärker wird auf eintreffendes Licht reagiert.


Ein ISO-Wert besteht eigentlich aus zwei zusammengesetzten Zahlen.
Der ASA und DIN.
Jedoch wird heute meist zur Vereinfachung der ASA-Wert als ISO angegeben.

In digitalen Kameras wird die Empfindlichkeit des Sensors darüber geregelt, welche elektrische Spannung auf den Sensor gelegt wird.

Beim Auslösen trifft das ankommende Licht auf den Sensor und wandelt es in elektrische Signale um, die die gerade erfassten Informationen über die Intensität des Lichts und Farben beinhalten.

Dies geschieht je nach Sensor auf mehreren Millionen von “Sensorpunkten”.

Je mehr Spannung nun während dieses Auslösens auf den Sensor gelegt wird, desto empfindlicher reagiert dieser auf das Licht.

Das durch das Licht ausgelöste Signal wird also künstlich verstärkt, damit auch dunkle Bereiche von der Kamera richtig interpretiert werden können.

Eine hohe Spannung bzw. ein hoher ISO-wert kann also an dunklen Orten oder sogar Nachts von großem Nutzen sein.


Digitale Kameras fangen oft bei einem ISO-Wert von 100 an, also einer relativ geringen Empfindlichkeit.

Dann brauchst du viel Licht, damit ein schönes Bild entstehen kann.

Verdoppelt man diesen Wert - auf ISO 200 -, wird nur halb so viel Licht wie zuvor benötigt.

Hier kann man sich eine kleine Regel erstellen:

Indem du deinen aktuellen ISO-Wert verdoppelst, brauchst du nur noch halb so viel Licht wie vorher.

Anders herum wirst du natürlich durch das Halbieren deiner ISO doppelt so viel Licht benötigen wie vorher.


Um nur noch die Hälfte des Lichts zu benötigen, dass du bei ISO 200 gebraucht hast, verdoppelst du also einfach wieder deinen Wert - auf ISO 400.


Nun gibt es Kameras, die sogar ISO-Werte unter 100 anbieten.

ISO100 ist aber meistens der kleinste Wert.

Und auch nach oben werden die Werte mit neuen Kameras immer höher.


Aber für eine gute Belichtung kommt es nicht nur auf die ISO an!

Sie steht in einer direkten Wechselwirkung mit der Belichtungszeit und der Blende.

Diese Begriffe erkläre ich aber in einem anderen Artikel.


Außerdem ist es nicht damit getan, mal schnell die ISO höher zu stellen, nur weil es etwas dunkler ist und deine Kamera das kann!

Eine höhere ISO bringt nicht nur Vorteile mit sich, sondern hat auch ihre Probleme.


Probleme


Je höher die ISO ist, desto stärker das Bildrauschen.

Das Bildrauschen moderner Kameras kann man einfach gehalten schön mit der Körnung alter analoger Filme vergleichen.

Je empfindlicher diese waren oder sind, desto mehr Unreinheiten kommen auf dem letztendlichen Foto zum Vorschein.

starkes Rauschen in dunklem Treppenhaus | ISO 3200

Beim analogen Fotografieren sind die Filme tatsächlich noch mit feinen Silberpartikeln versehen, die meist grobkörniger werden, je lichtempfindlicher diese sein sollen.

Zurück zur modernen und digitalen Fotografie, entsteht das Bildrauschen durch Störsignale am Sensor.

Diese können durch Fertigungsfehler, Defekte oder andere Faktoren ausgelöst werden.


Rauschen äußert sich oft ähnlich wie Körnung, macht das Bild unscharf oder lässt Details verschwimmen.

Ansätze und Umgang

Mit fortschreitender Kameraentwicklung, werden immer höhere ISO-Wert Störungsfrei möglich. Früher war ein Bildrauschen ab einer ISO über 400 normal.

Heute kann man oft selbst mit einer günstigen Kamera Fotos bei einer ISO von z.B. 800 aufnehmen ohne ein Bildrauschen zu bekommen.

Mit teureren Kameras kann man hier sogar teils noch deutlich höher gehen.


schwaches Rauschen bei ISO 800 | starkes Rauschen bei ISO 8000
Messer mit schwachem Rauschen
Messer mit starkem Rauschen

Wer nun Bildrauschen vermeiden möchte, sollte jedoch nicht zwingend den möglichst niedrigsten ISO-Wert dazu auswählen.

Dieser Gedanke wäre eine schöne Übersetzung der Logik analoger Fotografie ins Digitale, sie funktioniert jedoch in der Realität leider nicht.


Viele digitale Kameras besitzen eine oder sogar mehrere sogenannte Base-ISOs (Basis-ISO), bei der das Bildrauschen definitiv am geringsten ist.

Die Base-ISO liegt dabei nicht zwingend im niedrigsten Wert.

So gibt es Sensoren, die einen relativ niedrigen Base-ISO von z.B. ISO 120 haben und einen Zweiten, bei z.B. ISO 1600.


Nutze die ISO also immer als letztes Mittel um mehr Licht auf deine Bilder zu bekommen, außer du möchtest ein Rauschen provozieren.

Versuche zuerst Belichtungszeit und Blende zu berücksichtigen und halte deine ISO möglichst niedrig oder auf der Base-ISO deiner Kamera.

Diese drei Einstellungsmöglichkeiten bilden eine Art heiliges Dreieck deiner Belichtung!


Foto © Jim Stritzky

Nachbearbeitungsprogramme wie Lightroom, Photoshop, Darktable oder Affinity bieten heute viele Möglichkeiten, ein etwas überbelichtetes Bild zu retten oder mit diesem kreativ zu werden.


Mehr über Blende und Belichtungszeit wirst du später über hier eingefügte Links finden können.





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